Schulklasse beim Unterricht
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Kurzprofil Geschichte am FGV


„Aus der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft lernen“ - so lautet eine Definition für den Sinn von Geschichte. In ihr wird deutlich, dass es in diesem Fach nicht um den ‚Staub von Jahrhunderten’ geht, sondern dass das Vergangene im Hinblick auf die eigene Zukunft aufgearbeitet werden muss, damit Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden und Positives für die gegenwärtige oder die zukünftige Entwicklung nutzbar gemacht wird. Das heißt, dass das erkenntnisleitende Interesse nicht nur der Blick in die Vergangenheit ist, sondern stets vom Erkenntnisbedürfnis in der gegenwärtigen Gesellschaft ausgeht und diese  weiter zu entwickeln sucht. Insofern ist also der Einzelne in seinem Selbstverständnis gefordert und muss zum gemeinsamen Werk der Entwicklung unserer Gesellschaft beitragen. Die neuen Richtlinien für den Geschichtsunterricht in der gymnasialen Oberstufe formulieren dies, wenn sie davon sprechen, dass es Aufgabe des Geschichtsunterrichts sei, „in sozialer Verantwortung mit anderen zu kommunizieren und gemeinsam an der Lösung gesellschaftlicher Zukunftsaufgaben zu arbeiten.“ (Richtlinien Geschichte. Sekundarstufe II. S. 4)

Das Fach Geschichte gehört nach den Richtlinien zum gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld. Die Fächer dieses Bereichs, zu denen außer Geschichte noch Erdkunde, Erziehungswissenschaften und Politik gehören, haben die Aufgabe, historisch-politisch-gesellschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln sowie Handlungsmöglichkeiten „auf der Basis von Kenntnissen und Einsichten in Motive und Bedingungen gesellschaftlicher Strukturen und gesellschaftlichen Wandels, in historische Voraussetzungen gegenwärtiger gesellschaftlicher Struktur- und internationaler Beziehungen [...]“ (Richtlinien Geschichte Sekundarstufe II. S. 26.) zu geben.

Ab dem Schuljahr 2005/2006 soll auch innerhalb des Faches Geschichte das Bewusstsein für wirtschaftliche Zusammenhänge weiter geschärft werden. Deshalb wird innerhalb des Themenfeldes ‚Ökonomie’ auch der Fachbereich Geschichte wirtschaftliche Themen bearbeiten und aus dem Blickwinkel der Geschichte betrachten. Dies ist zwar schon immer geschehen, soll jetzt jedoch aus einem größeren Bewusstsein stärker akzentuiert werden. In der Jahrgangstufe 7 wird die Fachschaft Geschichte in diesem Zusammenhang das Projekt ‚Mittelalterlicher Markt und Marktgeschehen’ realisieren. (vgl. hierzu die veröffentlichte Gesamtübersicht ‚Ökonomie’)

Unterricht und Erziehung im Fach Geschichte haben sich an den grundlegenden Wertvorstellungen  demokratischen Zusammenlebens zu orientieren, wie sie durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes NRW vorgegeben sind.

Ausgehend von diesen allgemeinen Überlegungen messen wir dem Fachbereich ‚Geschichte’ am Franziskus-Gymnasium große Bedeutung für das Leben und Lernen unserer Schülerinnen und Schüler bei. An der Verteilung innerhalb der Stundentafel können wir nichts ändern, auch wenn wir den Wegfall von Geschichtsunterricht in Klasse 8 schon immer für einen großen Fehler gehalten haben und dies auch weiterhin so sehen.


In der Sekundarstufe II erreichen wir alle Schülerinnen und Schüler, zumindest in den Jahr- gangsstufen 11 und 12. In der Oberstufe kann Geschichte dabei als Grund- und Leistungskurs gewählt werden, letzterer ab Beginn der Jahrgangsstufe 12. Grundkurse werden drei-, Leistungskurse fünfstündig unterrichtet. Der Leistungskurs unterscheidet sich dabei durch drei Kriterien vom Grundkurs:

1) durch den Komplexitätsgrad der Arbeit,

2) durch das Abstraktionsniveau der Erkenntnisse und

3) durch den Umfang und den Spezialisierungsgrad des vermittelten Fachwissens.

Der Unterricht der Sekundarstufe II ist sequenzartig angelegt.

Hierzu hat die Fachkonferenz Geschichte am FGV ein Modell entwickelt,
- das zum einen die Obligatorik des seit dem 1. 8. 1999 gültigen Lehrplans beachtet,
- Schülerinnen und Schüler auf die inhaltlichen Schwerpunkte des Zentralabiturs vorbereitet,
- den Schülerinnen und Schülern eine chronologische Orientierung erleichtert,
- für alle Unterrichtenden verbindlich ist:    


Lehrplan im Fach Geschichte Sekundarstufe II/ Franziskus Gymnasium Vossenack
Übersicht über die Halbjahresplanung

11/I:     Der christlich — europäische Westen und der Islam — Kampf der Kulturen?


11/II:     Die Französische Revolution von 1789 — Mutter und Vorbild für Europa?


12/I:    Nationale Identität im 19. Jahrhundert — ihre Ausbildung vor allem in Deutschland, ihre wirtschaftliche Komponente und ihre problembeladene Entwicklung bis zum Jahre 1917


12/II:    Der Sowjetkommunismus und der Faschismus — unterschiedliche Formen des Totalitarismus?


13/I:     Im Spannungsfeld zwischen Einheit, Freiheit und Teilung — Deutschland und Europa
         nach 1945


13/II:    Staat und Demokratie in der Antike — Fremde Formen der politischen Organisation oder Vorläufer unserer Gegenwart?


In der Sekundarstufe I  wird das Fach Geschichte in den Klassen 6, 7, 9 und 10 jeweils mit 2 Stunden unterrichtet, wobei folgende Unterrichtsinhalte nach den Richtlinien als verbindlich gelten, auch in ihrer Abfolge.  

Jgst. 6:
6.1.   Einführung in die Geschichte
6.2.   Entstehung einer Hochkultur
6.3.   Das antike Griechenland
6.4.   Das Imperium Romanum

Jgst. 7:
7. 1.  Mittelalterliche Lebensformen und - ordnungen
7. 2.  Religiöse Triebkräfte des europäischen Mittelalters
7. 3.  Neues Denken, neue Welt
7. 4.  Menschen und ihr Alltag

Jgst. 9:
9. 1.  Europa als Traditionsraum
9. 2.  Die französische Revolution
9. 3.  Industrialisierung
9. 4.  Nationalismus und Imperialismus

Jgst. 10:
10. 1. Demokratie und kommunistische Diktatur
10. 2. Nationalsozialistische Diktatur
10. 3. Der Ost-West-Konflikt
10. 4. Friedenssicherung


In jeder Jahrgangsstufe werden aus dem Themenbereich ‚Ökonomie’ wirtschaftliche Teilaspekte aus dem fachwissenschaftlichen Blickwinkel des Faches Geschichte behandelt (vgl. dazu die Gesamtübersicht ‚Ökonomie’).

Eine Kooperation mit anderen Fächern ergibt sich z. B. in Klasse 7 mit Latein und Religion, in Klasse 10 mit Politik und Religion.
 

Am Franziskus—Gymnasium werden zurzeit folgende Bücher für den Geschichtsunterricht benutzt:

Sekundarstufe I:     ‘Geschichte und Geschehen‘  (Klett-Verlag)

Es bietet eine Reihe von Vorteilen, von denen folgende besonders herauszuheben sind:
1.)  Übereinstimmung mit den Richtlinien in NRW
2.)  Fachwissenschaftliche Richtigkeit und Genauigkeit (im Rahmen eines Schulbuchs)
3.)  Auswahl von Material, das für Schülerinnen und Schüler einen echten Lernanreiz bietet
4.)  Vielfalt und Vielgestaltigkeit der Materialien
5.) Übersichtlichkeit der Informationen durch Raster und chronologische Übersichten
6.) Methodenlernen


Sekundarstufe  II:      Geschichtsbuch – Oberstufe – Band I und II (Cornelsen); verschiedene Quellensammlungen

Gründe für die Neuanschaffung des Cornelsen-Buches waren u.a. die
- Einübung in die Methodik des Geschichtsunterrichts
- schülergerechtere  Aufmachung  des Buches bei gleicher inhaltlicher Qualität gegenüber dem Vorgängerbuch (Förderung der Motivation)
- Vielfalt der angebotenen Materialien
- Themen reichen bis in die Zeit nach der Wende in Deutschland und Europa

Dass dieses Buch wie jedes andere auch problematische Seiten hat, sollte an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Vor allem treten für die Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten  in der Zusammenführung des sequenzartigen Unterrichts und der überwiegend chronologischen Orientierung des Buches auf.


Gemeinützige Schulgesellschaft Franziskus-Gymnasium mbH • Geschäftsführer: Pater Peter Schorr OFM • Franziskusweg 1 • 52393 Hürtgenwald • www.franziskus-gymnasium.de