Franziskus-Gymnasium Vossenack

Lernen, was wirklich zählt

Klimapuzzle

Projekttag in Erdkunde für die EF

Rund um die Tische in der Aula wird diskutiert, Karten werden verschoben, Zusammenhänge entdeckt und immer wieder entstehen neue Aha-Momente. Carsten Neises, Trainer im Klimapuzzle-Projekt, blickt begeistert auf die Gruppen: Alle stehen konzentriert um ihre Tische, tauschen Ideen aus und setzen gemeinsam Stück für Stück das Klimapuzzle zusammen. Das ursprünglich vom französischen Verein La Fresque du Climat entwickelte Bildungsprojekt hat inzwischen weltweit bereits mehr als zwei Millionen Menschen erreicht – nun brachte Carsten Neises mit seinen Kollegen den Workshop auch an unsere Schule. Diese Möglichkeiten bietet sich im Rahmen unserer Schulkooperation mit Regionetz, die seit diesem Schuljahr besteht.

Wie hängen Hitzewellen, CO₂-Ausstoß und unser Alltag zusammen? Mit dieser Frage beschäftigten sich zwei Erdkundekurse der Jahrgangsstufe 11 im interaktiven Workshop „Klimapuzzle“ (Climate Fresk). Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse des Weltklimarats (IPCC) erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen mithilfe von 42 Karten die Ursachen, Wechselwirkungen und Folgen des Klimawandels – und entwickelten daraus konkrete Ideen für mehr Klimaschutz.

Schon beim Rundgang durch die sechs Arbeitsgruppen wurde deutlich, mit wie viel Kreativität und Engagement gearbeitet wurde. Die entstandenen Collagen trugen Titel wie „Save the World“, „Klima Messy-Map“ oder „Interdisziplinäre Wechselwirkungen und Ursachen im Wirkungsgefüge“ – Überschriften, die durchaus auch Titel einer Bachelorarbeit sein könnten, betont Neiles.

Besonders spannend war anschließend der Blick nach vorn: In der Projektarbeit zur sogenannten Wirkungstreppe entwarfen die Gruppen Zukunftsbilder zum Thema Hitzewellen. Trotz der Herausforderungen überwog der Optimismus bei den SchülerInnen: Das 2-Tonnen-CO₂-Ziel werde erreicht, Städte würden grüner, Gebäude besser auf Hitze vorbereitet und die Erderwärmung erfolgreich eingedämmt. Gleichzeitig zeigten die Schülerinnen und Schüler ein realistisches Bewusstsein dafür, dass Extremwetterereignisse zunehmen und Anpassungsmaßnahmen immer wichtiger werden.

Ausgehend von der Frage „Was müssen wir verstehen?“ sammelten die Gruppen Wissen aus IPCC-Berichten, Fachliteratur und Klimaportalen. Sie diskutierten gesundheitliche Folgen von Hitzewellen, technische Möglichkeiten zur Minderung des Klimawandels und sogar kleine Alltagsgeschichten – etwa von „Hugo“, der an einem heißen Tag selbst erfährt, wie gefährlich extreme Hitze werden kann.

Noch konkreter wurde es bei der Frage nach dem eigenen Handeln: Begrünte Dächer, mehr Bäume, weniger Autofahrten, regionale Einkäufe, Secondhand-Kleidung oder ein geringerer Fleischkonsum – die Vorschläge zeigten, dass hier bereits ein starkes Bewusstsein für eigene Handlungsoptionen besteht und auch die Bereitschaft existiert, etwas aktiv zu verändern. Darüber hinaus entwickelten die Jugendlichen Ideen, wie sich auch andere Menschen motivieren lassen, etwa durch Workshops, Social Media, Umweltorganisationen oder politische Beteiligung.

Der Workshop machte deutlich: Klimabildung bedeutet weit mehr als das Vermitteln von Fakten. Sie fördert vernetztes Denken, Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass jede und jeder einen Beitrag leisten kann. Damit leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Profil unseres Gymnasiums als Nationalpark-Schule.

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