Rauschmittel an Schulen, was tun?

Die Kommissare Marion Laßka und Wilfried Thönnessen vom Kriminalkommissariat Prävention und Opferschutz informieren am FGV

 

Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen informierten sich Lehrer und Schüler des FGV über die Problematik „Betäubungsmittel an Schulen“.

Nachdem Kommissar Wilfried Thönnessen am 8.2. im Rahmen einer Lehrerfortbildung in der Aula des FGV referiert hatte, sprachen er und seine Kollegin Marion Laßka am 28.2. vor den Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen sowie den Jahrgangsstufen 10 und 11. 

„Die, die jeden Tag kiffen, werde ich hier nicht erreichen.“, so Kommissar Thönnessen. Auf die anderen, die schweigende Mehrheit komme es ihm an, d.h. auf diejenigen, die vielleicht zögern und überlegen, ob sie Drogen nehmen sollen oder nicht. Aber auch auf diejenigen, die selbst keine Drogen nehmen, aber dem Drogenkonsum von Freunden schweigend – und vielleicht hilflos – zusehen.  

Verantwortung für sich selbst zu übernehmen – darauf kommt es an. Und Verantwortung lässt sich nicht delegieren auf andere, etwa Eltern, Lehrer oder Freunde. Darüber hinaus hat man Verantwortung gegenüber einem Freund und sollte ihn ansprechen, wenn etwas nicht in Ordnung ist und man den Verdacht hat oder sogar weiß, dass er Drogen konsumiert.

Die Zahl der Jugendlichen, die „Betäubungsmittel“ (BTM), wie Drogen im Fachjargon heißen, konsumieren, ist in den vergangenen Jahren angestiegen. Oft werden Konsum und Umgang mit Drogen verharmlost. Viele glauben auch, dass man eine ‚geringe Menge zum Eigenbedarf‘ besitzen dürfe. Das trifft nicht zu.

Im § 29 des Betäubungsmittelgesetzes heißt es: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer Betäubungsmittel (Drogen)

  • in Besitz hat
  • mit ihnen Handel treibt
  • sie anbaut oder herstellt
  • sie ein- oder ausführt.

Jeder Verdacht auf Besitz auch einer kleinen Menge BTM führt zu einem Strafverfahren. 

Wird jemand mit Drogen erwischt, sind die Folgen unangenehm: Nicht nur wird in jedem Fall Anzeige erstattet, es kann auch zu einer Hausdurchsuchung kommen. Mit der Strafanzeige wird eine Kriminalakte angelegt, sodass der Betreffende als Betäubungsmittelkonsument gespeichert ist. Eine Meldung an die Straßenverkehrsbehörde erfolgt, der Führerschein kann entzogen oder die Zulassung verweigert werden.

Aber auch die längerfristigen Folgen sind beachtlich. Viele Drogen baut der Körper nur langsam ab, ‚Reste‘ werden teilweise über einen längeren Zeitraum im Fettgewebe gespeichert und sind mit entsprechenden Untersuchungen in Blut und Urin nachweisbar.

  • Für Cannabis (und andere illegale Drogen) im Straßenverkehr gibt es keine Grenzwerte. Jeder noch so geringe Nachweis ist eine Ordnungswidrigkeit. Der Betroffene muss mit einer Geldstrafe und dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.
  • Die Straßenverkehrsbehörde verlangt bei Verdacht ein Drogenscreening durch Urintests.
  • Daneben ordnet die Führerscheinstelle meist die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) an, besser bekannt als „Idiotentest".
  • Solange jemand keine dauerhafte Drogenfreiheit nachweisen kann, gibt es keinen Führerschein.
  • Alle Kosten hat der Betroffene selbst zu tragen. Dabei kann es sich je nach Fall um mehrere Tausend Euro handeln. (aus: http://www.kmdd.de/infopool-strafrechtliche-folgen.htm / Zugriff: 02.2028)

Die gesundheitlichen Folgen sind gerade bei Jugendlichen unabsehbar: Fachleute stellen schon seit geraumer Zeit einen Anstieg der drogeninduzierten Psychosen fest. Das heißt, Drogenkonsum steigert die Wahrscheinlichkeit, an Depression, Angststörungen, Wahnvorstellungen und anderen psychischen Störungen zu erkranken.

Wilfried Thönnessens eindringlicher Schlussappell: Nachdenken, bevor man etwas tut, das man später bereut, weil einem die Folgen nicht klar waren.

 

Weitere Informationen finden sich auf: http://www.kmdd.de/Home.htm